Arbeitsweisen

Bei der Atempädagogik handelt es sich um eine begleitende Maßnahme, die die Klientinnen/Klienten durch Bewusstheitsverbesserung unterstützt. Bei gesunden und kranken Menschen steht die Suche nach den vorhandenen Kräften und Potenzialen gleichermaßen im Mittelpunkt. Über die erlernbare zugelassene Atem- und Bewegungserfahrung werden die Kräfte in den körperlichen, den emotionalen und den mentalen Instanzen eines Menschen bewusst wahrgenommen, um so die vorhandenen Potentiale zu stärken und zu entwickeln.

Über Sammlung und Hinwendung, über eingesetzte Bewegungsabläufe, über Stimmarbeit und über das taktile Berühren wird an der Selbstwahrnehmung und Bewusstwerdung gearbeitet.

Gruppe Atemtherapie

In der übungszentrierten Arbeit ist der Mensch im Sitzen, im Stand und in der gehenden Bewegung selber aktiv. Durch angeleitete Übungen und Bewegungsabläufe wird der Atem angeregt und die innere Atembewegung wird wahrnehmbar. Der individuelle Atemrhythmus bleibt dabei gewahrt. Die erlernten Übungen können ohne großen Aufwand allein zu Hause wiederholt und vertieft werden.


In der Gruppenarbeit arbeitet zwar jede Person für sich am jeweiligen Atemgeschehen, dennoch hat die Gruppe immer auch eine eigene tragende Kraft. Nicht die Leistung, sondern das Entdecken, Ausprobieren und Erleben stehen im Vordergrund. Der Erfahrungs- und Übungsstand der Teilnehmer/innen werden in der Gruppenarbeit berücksichtigt.

Gruppe Atempädagogik


In der Einzelarbeit bestimmen die aktuelle Situation und die momentanen Zugangsmöglichkeiten des einzelnen Menschen, welche Erfahrungsqualitäten des bewusst zugelassenen Atems geübt und vertieft werden können. Die übungszentrierte Arbeit wird gezielt für die jeweilige Person ausgewählt.

In der Einzelarbeit im Liegen kann sich die Klientin/der Klient an die Unterlage der Liege abgeben und sich ganz und gar der Sammlung widmen. Über die taktile Berührung des bekleideten Körpers mit den Händen wird die Empfindung und Wahrnehmung geschult.

 

In jedem der Settings geht es letztendlich auch darum, sich "Eigenzeit" zu gewähren. Die Zeit der Übung richtet sich erst einmal gegen die gewohnten Abläufe, um mit den gewonnenen Erfahrungen auf den Alltag mit seinen überwältigenden äußeren Reizen oder auf Isolierung und Einsamkeit verändernd einzuwirken. Sich diese Zeit zu nehmen durchbricht Gewohnheiten und ist schon der Beginn von Veränderungen. Sich selbst begegnen, entdecken und spüren schafft Zuversicht und Vertrauen, Mut und die Bereitschaft für weitreichende Veränderungen.