Wirkungsweisen

Die Funktionalität und die Effekte der Atemtherapie basieren auf anatomisch erklärbaren Prozessen: Rezeptoren, auch Sensoren genannt, sind Fühler im Körper, die physikalische oder chemische Reize aufnehmen und in eine elektrische Erregung übersetzen, so dass entsprechende Informationen über Nervenbahnen an das Zentralnervensystem übermittelt werden können.

 

Über das Angebot von Empfindungs-, Spür- und Bewegungsübungen wird die Aufnahme und Weiterleitung von Reizen gezielt erzeugt. Sie werden im Gehirn sortiert, verarbeitet und interpretiert. Dieser Prozess wird als Wahrnehmung bezeichnet. Eine gute Wahrnehmung ermöglicht sinnvolles Handeln und bewusst vorwegnehmendes, planerisches Denken. Die Eigenwahrnehmung ist eine Voraussetzung für eine selbstständige Bewegung des Körpers, denn Motorik und Sensorik sind voneinander abhängig, da die sensorische Hirnrinde auch motorische Einheiten enthält und umgekehrt. Wahrnehmen und Bewegen sind neurophysiologisch nicht voneinander trennbar. Für jede Bewegung und Aufrichtung ist eine vorher entstandene sensorische Bahnung Voraussetzung. Wenn man nun auf Sensorik und Motorik gleichzeitig einwirkt, kann eine feine Wahrnehmung erlernt werden.

 

Es entspricht dem mechanistischen Verständnis vom Körper, wenn man Vorstellungen und Ideen weiterhin als rein mentale Phänomene betrachtet. Diese haben aber immer auch bahnende oder hemmende Effekte auf Bewegungen, Wahrnehmungen und Gefühle. Sie ebnen den Weg zur Durchführung einer Handlung, mobilisieren den Körper, machen ihn bereit für Veränderungen. Andererseits sind Körperwahrnehmungs- und Bewegungsübungen ebenso wenig rein physikalische Prozesse. Kinästhetische Wahrnehmungen rufen ihrerseits kognitive Bewertungen und emotionale Reaktionen hervor.

 

Die ganzheitliche, atemorientierte Körper- und Bewegungsarbeit lässt Menschen über den Selbstwahrnehmungsprozess die leibliche Realität erkennen und unterstützt so die Selbstheilungskräfte und den persönlichen Entwicklungsweg hin zur eigenen Akzeptanz und Selbstachtung.

 

Detailliert können Sie sich über die Arbeits- und Wirkungsweisen in meiner Abschlussarbeit zur Atempädagogin informieren. Dort finden Sie ebenso Hinweise auf Literatur, die die Atemlehre vertieft erläutert:

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Abschlussarbeit der Ausbildung zur Atempädagogin/-therapeutin AFA® am Institut für Atemlehre Berlin Erika Kemmann - Lehre und Praxis des bewussten zugelassenen Atems -
Abschlußarbeit_HeikeHarder.pdf
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